25 April 2017

Schön

"Schön ist, was man mit Liebe betrachtet"


Wow, ich hab Schluckauf. Und ich hab meinen Kaffee vergessen, der ist jetzt kalt. Und woher kommt eigentlich so plötzlich dieser blaue Fleck...?
Wie auch immer.
Heute möchte ich euch von einer wirklich tollen Erfahrung erzählen, die ich am Ende meiner Schulzeit machen durfte - Ich war Teil einer Kunstausstellung. Ich hab es auch schon erwähnt gehabt (Kein Plan, wie oft, ich erzähle allen möglichen Leuten alles Mögliche mehrmals), ich war Schülerin einer Fachoberschule im Fachbereich Gestaltung und wie schon die Bezeichnung vermuten lässt wurde dort eine Menge gemalt, gezeichnet, gestaltet, modelliert, sich kreativ ausgelebt. Wir hatten mehrere zeitaufwendige, große Projekte, das Größte war jedoch wohl unsere Abschlussausstellung im Sommer letzten Jahres. Theoretisch haben wir damit schon vor über zwei Jahren begonnen - als wir auf Studienfahrt gemeinsam ein Thema, beziehungsweise einen Titel ermittelten. Die Geschichte dazu ist ganz interessant:
In Gruppen haben wir uns um Tische versammelt, auf dem sich ein großes Blatt Papier befand. Unser Lehrer stellte Musik an und nun war unsere Aufgabe, um den Tisch herum zu laufen und auf dem Papier die Musik zu "malen" (Ist fast so bescheuert, wie es klingt. Aber nur fast). Dadurch entstand ein großes buntes Wirrwarr aus Linien und Farben, welche wir am Ende noch ausmalen durften, wie es uns beliebte. Dann bekam jeder einen Stapel Karteikarten und sollte bei den Arbeiten der anderen Gruppen jeweils drei Zettel lassen, auf die er jeweils ein Wort schrieb, was ihm zu dem Bild einfiel. Wir sollten den Bildern praktisch Titel geben. Alle Titel wurden auf ein Papier geschrieben und zurück in den Gruppen sollten wir zu den Wörtern einzeln wieder Wörter aufschreiben, die uns dazu einfielen (Langsam wirds kompliziert :D) Das heißt, am Ende hatten wir unglaublich viele willkürlich scheinende Wörter, ohne Bezug zueinander. Diese Wörter wurden dann wieder dezimiert. Jeder hatte drei Stimmen, womit wir für die Wörter stimmen konnten, die wir am besten fanden. Das ging immer so weiter, bis nur noch ein paar Themen übrig blieben. Und um diese wurde dann in der gesamten Gruppe, also der Klasse und der Parallelklasse abgestimmt und diskutiert, bis wir uns (einigermaßen) einig waren :D Wir brauchten für das Ganze einen ganzen Tag, doch zumindest hatten wir schlussendlich unser Thema für die Abschlussarbeit, Abgabe in anderthalb Jahren:
Schön
Natürlich fing mein Kopf sofort an zu arbeiten - mir war von Anfang an klar, dass ich etwas Zeichnen oder Malen würde, obwohl im Prinzip alles erlaubt war: Skulpturen, Installationen, Fotografien, einfach ALLES. Bis zu meiner letztendlichen Idee war es dann doch noch ein weiter Weg, aber in meinem Kopf sprangen schon mal die Ideen herum. 
Schön zog sich dann durch meine restliche Schulzeit - in mehreren Fächern beschäftigen wir uns damit, beispielsweise in Politik, wo wir das Thema mit einem Politischen Thema verbinden sollten, dazu eine 10-seitige Hausarbeit schreiben sollten, welche wir in einem einstündigen Vortrag vorstellen sollten und uns zusätzlich um einen Experten zu dem Thema bemühen sollten. Bei manchen hatte das politische Thema, das sie gewählt hatten, auch mit ihrer Abschlussarbeit zu tun, aber es war keine Vorschrift. Das war insofern interessant, dass man sehen konnte, wie vielseitig das Thema ist.










In 2-Dimensionales Gestalten (Ja, so hieß eines unserer Fächer..) entwarf jeder von uns ein Ausstellungsplakat zu unserer Abschlussausstellung, wir mussten zahlreiche Entwürfe einreichen und letztendlich unsere Idee am PC mit Photoshop bzw InDesign oder Illustrator umsetzen. Vorgeschrieben war nur der Text, der auf das Plakat sollte. Und dann? Wurde abgestimmt! Ein Entwurf würde tatsächlich gedruckt werden und dann überall aufgehängt! Beide Elfer Klassen und auch unsere Klasse sowie die Parallelklasse stimmte in mehreren Durchgängen ab, bis nur noch zwei Entwürfe übrig waren. Dann wurde diskutiert, Pro und Kontra abgewägt (Immerhin hatten wir im Unterricht viel über Plakatgestaltung gelernt, mein Kopf kann noch immer nicht aufhören Werbeanzeigen gestalterisch zu analysieren. Wow, diese Schule hat mich zerstört...) und ermittelt, welcher Entwurf Aushängeschild werden würde für unser aller Ausstellung. And now guess what?!?! Aus über dreißig Entwürfen, wurde meiner ausgewählt! Ich bin immer noch völlig platt. Und natürlich auch wahnsinnig stolz. Dass ist jetzt nicht unbedingt der Friedensnobelpreis, aber es ist schon was :3 Nach einiger Nachbearbeitung, kam am Ende raus, was ihr dort oben seht. Irgendwie kann ich das scheiß Bild nicht verschieben. Egal.

Jedenfalls haben wir fleißig an unseren Projekten gearbeitet und am Ende eine tolle Ausstellung auf die Beine gestellt, finde ich zumindest. Wir habe auch alles selber aufgehängt und ausgesucht, wo was hängt. Die Ausstellungseröffnung war ein richtiges Event, die Landrätin war da, wir hatten irgendeinen Sänger, der mal im Fernsehen gewesen ist (Der aber um ehrlich zu sein grauenvoll gesungen hat. Himmel... und der hat mal nen Wettbewerb gewonnen? Ernsthaft? Sorry, aber.. wow.), einige Schüler haben ihre Arbeit und die Intention dahinter vorgestellt, unter anderem auch ich (Es gab Extra-Punkte... Scheiß System), wobei ich tausend Tode gestorben bin und die Schüler sollten Essen mitbringen für ein Büffet. Da hab ich natürlich sofort "HIER!" geschrien, ich liebe Backen nun einmal über alles, und ich kann stolz behaupten, dass alles von meinem Zeug bis auf den letzten Krümel verkauft wurde :3 Beziehungsweise war das Ganze auf Spendenbasis und der Erlös ging an die Rettung des Regenwaldes. Unsere Klasse wollte eigentlich an das örtliche Tierheim spenden, aber die Vertreter des Tierheims haben sich echt blöd aufgeführt, die schienen das Geld gar nicht haben zu wollen, deshalb ging alles an das Projekt der Parallelklasse. Aber ist ja ebenfalls eine sehr gute Sache (: Es waren wirklich viele Leute da, auch viele meiner Freunde und meine Familie und dafür möchte ich mich nochmal bedanken - es war so lieb von euch, vorbei zu schauen. Das hat mir echt was bedeutet. Ich weiß, mein Wunsch euch dabei zu haben war oberflächlich, aber ich bin so froh, dass ihr das mit mir geteilt habt!
Aber nun genug gequatscht, ich hab viele tolle Bilder! (:
(Danke an Nicole, die größte Künstlerin auf diesem Planeten (Ernsthaft, ich kenne niemanden, der mehr Talent hat als du. Du hast eigentlich eine Eins verdient.), dass sie mir erlaubt hat, ihre Fotos zu verwenden)



Impressionen vom Aufbau (:



Dies ist eines meiner Lieblingsarbeiten (: Am Anfang der Ausstellung hingen die Lichterketten noch alleine und nackt von der Decke in der Dunkelheit. Am Eingang befand sich ein Kästchen mit Wäscheklammern, Zetteln und Stiften und einer Botschaft: Man wurde dazu eingeladen, den Namen seines besten Freundes oder seiner besten Freundin auf den Zettel zu schreiben und an der Lichterkette zu befestigen. Die Arbeit hieß "Freundschaft".



"Schönheitsideal" - das war bei dem Thema ja schon fast obligatorisch, oder nicht?


Diese Idee war auch ganz süß - Der Künstler entschied sich dazu Fotos zu machen. Er fragte unterschiedliche Menschen, was sie glücklich machen würde, was ihnen Spaß macht, was sie schön finden. Das könnt ihr hier geschrieben stehen sehen. Eigentlich sind das aber nur die Rückseiten von den Fotos, auf der Vorderseite sind eigentlich Gesichter zu sehen, die irgendwelche Grimassen schneiden. Die Fotos sind eigentlich ziemlich gut, deshalb finde ich es sehr schade, dass ich von diesem Ausstellungstück leider nur dieses Foto habe.



↑ "Art never comes from Happiness" ↑


Das erklärt sich von selbst, oder? Thema Schwangerschaft, Schönheit eines neuen Lebens, ...





Das ist auch eines meiner liebsten Stück aus der Ausstellung - leider wirkt es auf den Bildern nicht so beeindruckend, wie es tatsächlich war. Aber dennoch erkennt man wohl den Sinn dahinter: Kritik an der Pelzindustrie. Man kann es hier leider nicht so gut sehen, aber ganz hinten hing eine Garderobe mit einem Pelzmantel daran. Die Fellstücke, die an Nylonfäden von der Decke hängen (Was verdammt viel Arbeit war, denn erstens sind die Decken in dem Kellergewölbe sehr, sehr hoch und wir mussten ein Gitter anbringen und zweitens waren das ganz schön viele Felle, die wir einzeln auffädeln und aufhängen mussten.) sind alle echt! Vorne bei dem einen müsste auch erkennbar sein, dass es sich um das Kopffell eines Fuchses handelt, es waren aber auch Pfoten, Schwänze und andere Fellteile dabei. Sehr makaber, aber es verfehlte die Wirkung nicht. Der Laufsteg darunter mit weißem Tuch ausgekleidet ist bedeckt mit blutroten Pfützen, als wäre es von den Fellen heruntergetropft. Auch das Blut ist echt, die Künstlerin hat es von einem Metzger. Vor dem Laufsteg stand eigentlich noch ein Stuhl mit einem Tierschädel darauf, was ihr in dem Bild davor seht. Zusätzlich hatte sie das Ganze rot angestrahlt und aus einem verborgenen Recorder hörte man Tierstimmen.
Die Installation war sehr aufwendig - aber ich finde die Arbeit hat sich gelohnt!


Dazu muss ich auch ein bisschen was erzählen, was ich erst später erfahren habe (: Die Künstlerin hat die Spiegelstücke, aus denen die Buchstaben bestehen, alle von verschiedenen Personen. Der Sinn dahinter war offensichtlich, dass jeder der verwendeten Spiegel verschiedenen Menschen gehört hat und verschiedene Menschen widergespiegelt.



Alle Holzfiguren waren vom Künstler selbst aus Holzblöcken gefertigt worden und mit diesen Glaselementen ergänzt, jedes mit einem anderen Wort drauf.


Zu diesem Ausstellungsstück gehörte eine kleine Geschichte über Schutzengel (:

Von meiner lieben Freundin Tabea (:
"Am seidenen Faden" - selbsterklärend, nicht?




Die Idee fand ich auch sehr schön - auch wenn ich finde, dass die Karte in der Mitte ins Gesamtbild von dem Stil her irgendwie nicht so ganz reinpasst.
Die Künstlerin hatte in der Umgebung, nicht weit von dem Stadtkreis, in dem wir wohnen, schöne Orte aufgesucht und fotografiert, um deutlich zu machen, dass man nicht immer gleich in ferne Länder weit fliegen muss, um die Schönheit der Natur zu genießen.



Thema Zerstörung des Regenwaldes, am Ende bleibt nur noch Wüste, die Zeit wird knapp,... Auch sehr deutlich zu erkennen ;)

Deutlich zum Thema Magersucht
"Spieglein, Spieglein.."


Mein Klassenkamerad hat sich leider nicht so viel zu seinem Bild hier geäußert. Schade war natürlich, dass es so verknickt aussieht.. :/


Von der supercoolen Svenja :3
"Siehst du es?"
Also ich ja (:


Auch hier hat die Künstlerin nichts zu gesagt, zudem war es auch ein Mädchen aus der Parallelklasse, aber ich bin die Arbeiten einfach total klasse!! Ich hab stundenlang davor gestanden und sie angestarrt (:



Joa, ähm, das ist meins...
Bleistiftzeichnung auf 1,5x0,5m
Gezeichnet an zwei Tagen vor Abgabe, ohne Schlafen xD

Das Projekt mochte ich auch sehr (: Tattoos sind bei manchen Menschen mit Vorurteilen ja stark in Kritik - hier seht ihr Fotos von den Tattoos von Freunden der Künstlerin, darunter immer jeweils die Begründung, warum sie es sich haben stechen lassen, es "schön" fanden (:


Den Titel hiervon habe ich mir gut merken können:
"You got something I need"
(Das ist nämlich aus einem Song von OneRepublic ;) https://www.youtube.com/watch?v=qKCGBgOgp08 )
Dazu erzählte die Künstlerin ein bisschen aus der griechischen Mythologie zum Thema Dualseele - dass praktisch jede Seele von Beginn an ein Gegenstück besitzt und ihr Schicksal ist, dieses Gegenstück zu suchen und zu finden - Romantisch als auch etwas traurig :')


Thema Transgender - selbsterklärend


Uuuund nochmal das Schönheitsideal in der Gesellschaft in der Kritik - selbsterklärend ;)



Und hier ein Thema, das mir auch nicht unbekannt ist :D E-Book oder richtiges Buch? Manchen ist das ja egal, ich persönlich gebe auch zu, dass E-Reader sehr nützlich sind, und trotzdem werde ich mir nie einen anschaffen. Es lebe das auf Papier gedruckte Wort! (Das Feeling ist einfach anders!)
Was auf den Fotos nicht unbedingt zu erkennen ist: Die Künstlerin hatte vor der Ausstellung sehr, sehr, seeehr viele Leute um eine Definition des Wortes "Schön" gebeten - und es letztendlich geschafft, damit ein ganzes Buch zu füllen. Irgendwo da drin müsste auch ein Zitat von mir sein^^


Auch zu diesem Werk schweigte die Künstlerin - interpretiert es, wie ihr wollt :D

Zerstörung von Wissen - im Hintergund lief ein Video (Mit Ton), von Zerstörungen durch den IS. Das Ausstellungsstück fand ich auch ziemlich voll. Nicht zuletzt, weil das Sandburgenbauen Spaß gemacht hat :D



Hier eine (leider auf dem Foto unbewegte) Animation von der fantastischen Nicole! Mit Photoshop hat sie diese beeindruckende Animation von einem pumpenden Herzen erschaffen, im Takt schlossen und öffneten sich die Rosen. Wisst ihr, wie schwer so eine Animation ist?!
Der Gedanke dahinter: Wir lassen uns von vielen ästhetisch schönen Dingen beeindrucken. Was wir selten wahrnehmen: Wie unglaublich und fantastisch und schön eigentlich der Umstand ist, dass wir atmen, dass wir existieren. Ich liebe die Botschaft ihrer Arbeit ♥


Das Stück überlasse ich auch einfach mal ohne Worte eurer Interpretation.


Soooo, das müssten alle Ausstellungsstücke gewesen sein. Ich fand es unglaublich cool, wie aus diesem einen Wort als Thema eine so bunte Ausstellung geworden ist, so viele komplett unterschiedliche Werke, vielseitig und kreativ und dennoch zugehörig zu diesem einen Oberthema. Ich bin ja jetzt schon fertig mit der Schule (Meeega krass :D) Aber dieses Jahr, von den neuen Zwölfern, will ich unbedingt wieder auf die Ausstellung meiner alten Schule. Das wird sicher wieder genauso spannend (:

Nun ja, der Post ist ziemlich lang geworden, ich hab versucht mich kurz zu fassen, denn eigentlich sollen künstlerische Werke ja ohne Worte funktionieren. Ich hoffe, ich konnte euch einen Eindruck vermitteln, wie cool und aufregend diese Erfahrung für mich war und wie vielseitig und spannend Kunst ist.
Liebe Grüße an euch Süßen!
Eure Nati


29 Januar 2017

"What to do with all this love?"

            You know, it's weird.
I'm addicted. I never meant to, but I can't help it.



I'm so in love with you. Incredibly deep in love. I never thought it's possible to love like that.
But I can't breathe. I can't sleep. I can't eat. I can't think about anything else.
And it hurts
.
It hurts so damn hard.
I thought love was supposed to make you feel good. And joyful. But... this love
It's like a disease. It's killing me. 
                              And I would never abandon this, for nothing in the world. 


I'm addicted and you're killing me... slowly.