27 Mai 2013

Dieser eine Moment

"Es ist dort fast wie überall. Da sind Menschen, Straßen, Gebäude. Ich habe mich nicht gefühlt, als wäre ich an einem anderen Ort, einem besonderen. Bis zu diesem einen Moment.
Ganz kurz, vielleicht eine Minute, oder zwei.
Ich stand an der Straße, den Blick auf die rote Fußgängerampel gerichtet, in Gedanken versunken. Und mit lautem Getöse raste ein Motorradfahrer direkt vor meiner Nase vorbei. Ich schreckte auf und meine Aufmerksamkeit richtete sich auf die belebte Straße - Lärm und Geschwindigkeit machten sie aus, erfüllten sie. Und da wusste ich: Es ist anders hier.
Hier lebt der Lärm, die Geschwindigkeit, das Adrenalin, die Euphorie. Die Energie der vielen Menschen auf diesem engen Raum macht den Reiz der Großstadt aus - denn sie bündelt sich, wir empfangen diese und lassen uns von ihr beleben. Wir fühlen uns anders.
Und dieses Gefühl ist einzigartig, es ist das, was diesen Moment ausmachte und eines der Dinge, die ich an der Stadt so liebe. Oder wie es eigentlich heißen sollte: An den Menschen dort.
Man ist zusammen, man geht gemeinsam.
Das ist unser Lebenselexier.
Wie Nahrung, Wasser, Ruhe, Wärme, so sind auch die allseits als so furchtbar verschrienen Menschen etwas, was uns am Leben hält.
Stadt, Menschen - Berlin!
Das ist Leben, pulsierendes Leben.
Zumindest für mich."

Hallihallo ihr Lieben! Ich bin zurück von meiner Klassenfahrt aus Berlin. Den Text oben habe ich heute im Deutschunterricht geschrieben, wo wir eben jene Fahrt reflektieren sollten, in irgendetwas literarischem (Welch eine Überraschung).
Als Gedicht, Tagebucheintrag, Poetry Slam, blablabla.
Das ist bei mir rausgekommen^^
Und zudem ein paar Bildchen aus unserer guten alten Hauptstadt:


















Allerliebste Grüße!




16 Mai 2013

Herzlichen Glückwunsch

Das Leben steckt voller Widersprüche.

Das Einzige was man eigentlich genau wissen kann, ist, dass man nichts weiß.
Das Einzige was im Leben konstant ist, ist die Veränderung.

Wie passt das denn zusammen?
Die Antwort ist: Überhaupt nicht.
Denn im Leben passt nichts zusammen.
In Wirklichkeit ist es ein endloser Pfad voller Verwirrung und Ahnungslosigkeit.
Eine einzige Überraschung - Wie als hätte man jeden Tag im Jahr Geburtstag und das Leben schenkt uns jedes Mal einen Tag - will uns aber nie verraten, was drin steckt. Wir müssen es selbst herausfinden und auspacken. Vergraben liegt er unter tausenden von Lagen aus Geschenkpapier und Minute um Minute, wie wir es ungeduldig aufreißen, kommt ein neues Bruchstück zum Vorschein, bis wir endlich die letzten Fetzen bunten Papiers wegfegen und das Geschenk im ganzen betrachten können. 
Und das Leben bleibt fair und lässt uns Zeit es zu betrachten, so viel, wie wir uns nehmen. Aber wenn wir es beiseite legen, reicht es uns sogleich auch das nächste und dann sind wir wieder dran mit auspacken.
Es kann alles sein, wir wissen es nie vorher. Manchmal halten wir inne und verschnaufen, manchmal drehen wir uns zu dem Berg schon geschenkter Tage um und betrachten ein oder mehrere davon. Aber wenn wir damit fertig sind, wenden wir uns wieder dem neuen Geschenk zu und lösen weiter Tesafilm und Geschenkschleifen. 
Manchmal gefällt uns unser Geschenk nicht. So wie das mit Geschenken eben so ist. 
So stimmt es doch: Jeder Tag ist ein Geschenk. 
Derjenige, der sich den Spruch ausgedacht hat, hatte Recht.
Denn Geschenke gefallen uns ja nicht zwangsläufig. Wir bekommen vielleicht etwas Tolles geschenkt, wir jubeln und strahlen und sagen: "Oh Mein Gott, Danke! Das habe ich mir schon ewig gewünscht!", vielleicht sind wir auch überrascht und rufen aus: "Wow... Ich bin... wirklich... Wie bist du denn darauf gekommen? Das ist wirklich der Wahnsinn! Tausend Dank!". Manchmal sind wir aber auch enttäuscht, wenn wir fertig ausgepackt haben. Die Höflichen unter uns, lächeln jedoch trotzdem und bedanken sich dennoch. Die Künstler - Die das Geschenk dennoch zu schätzen wissen. Die Glücklicheren unter uns. 
Dann gibt es aber noch die, die das Gesicht verziehen und das Geschenk misstrauisch und abwertend betrachten. "Was will ich damit denn bitte?!", und schieben es beiseite.
Und das nächste bitte, diesmal aber bitte was Anständiges!
Doch der Gedanke ist es doch, der zählt.
Nur wissen das eben nicht alle.

Nur irgendwann ist Schluss mit Geburtstag. Das Leben reißt dir das Geschenk, was du gerade am auspacken warst, aus der Hand und befielt streng: "Genug jetzt"
Wie ein Kind, was widerwillig Schlafen geschickt wird.
Ab ins Bett, los! Morgen ist auch noch ein Tag.
Aber das stimmt nicht. Das sagt uns das Leben nur, um uns zu besänftigen, wie eine sorgende aber bestimmte Mutter.
Nun, Mama? Bist du stolz auf mich? Habe ich die Geschenke genug gewürdigt und mich immer brav bedankt? Bist du so streng, weil du verstimmt bist, oder willst du nur, dass ich auch genug Schlaf bekomme?
Mama? Bist du noch da? Hörst du mich denn nicht?
Und dann verstummt das Kind und das Leben schaut traurig auf es hinab und sagt:
Ja, Liebes, ich bin stolz auf dich. Aber jetzt musst du trotzdem gehen.

Jetzt stellt sich nur die Frage: Ist das Leben nun wirklich ein einziger Geburtstag?
Ich weiß es nicht.
Alles was ich weiß, ist,
dass ich nichts weiß.